Kindersicherung und Blacklists

Datenströme vom Smart-TV eindämmen

Smart-TV senden und empfangen eine Menge Daten aus dem Internet. Welche das sind, ist für Nutzer oft nur schwer zu überblicken und auch nicht immer zuverlässig einzuschränken. Doch es gibt Methoden, den Datenfluss des vernetzten Fernsehers zu bremsen.

Smart-TV
Vernetzt mit der ganzen Welt: Smart-TV tauschen viele Daten über das Internet aus. Nutzer können das begrenzen. Foto: Christin Klose Foto: dpa

Hannover (dpa/tmn) - Die Datenströme von internetfähigen Fernsehern sind für Nutzer oft nicht nachzuvollziehen. Auch die Verweigerung der Zustimmung zu Datenübertragungen hilft eher bedingt, wie ein Test der Zeitschrift »c't« (Ausgabe 25/2018) von verschiedenen Geräten ergeben hat.

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Während der Installation tauschten sie dennoch teilweise schon Daten mit Streaming-Diensten oder riefen Angebote von HbbTV ab. Darüber zeigen TV-Sender über das Internet Zusatzinhalte zum aktuellen Programm an. Im Bericht heißt es auch, dass die Sender das Nutzungsverhalten bei HbbTV sehr genau tracken, selbst wenn man das in den Einstellungen seines Geräts verweigert. Doch das habe keinen sichtbaren Einfluss gezeigt, schreiben die Experten.

Um den Datenabfluss zu verhindern, haben Nutzer verschiedene Möglichkeiten. Die Radikalste: den Smart-TV nicht ans Netz lassen. Der Zugriff auf Serien, Filme und Mediatheken aus dem Netz ist dann mit verschiedenen Streamingboxen möglich. Doch sind so keine Zugriffe auf Netzwerkfestplatten (NAS) etwa für lokale Video-Streams möglich. Wer den Fernseher mit dem lokalen Netzwerk, nicht aber dem Internet kommunizieren lassen möchte, aktiviert in dem Router die DHCP-Konfiguration für den Fernseher. Gleichzeitig sperrt man das Gerät über die Kindersicherung des Routers für das Internet.

Soll das Gerät auf das Internet, aber nicht auf das Heimnetz zugreifen, kann man es einem Gastnetz zuordnen. Streaming aus dem Netz funktioniert dann, Firmware-Updates kommen an. Dafür lassen sich etwa lokale Inhalte von der NAS nicht mehr abspielen, wenn die nicht auch in dem Gastnetz ist. Vorteil: Falls der Smart-TV durch Schadcode infiziert wird, kann der nicht auf andere Heimnetz-Geräte springen.

Der Zugriff auf bestimmte Internetseiten lässt sich mit manchem Router auch filtern. Das erlaubt mehr Kontrolle. Allerdings sei die Pflege solcher sogenannten Blacklists umständlich und der Umfang der Filter klein, berichtet »c't«.

Eine Option könnte ein Pi-hole sein, ein Filter, der auf dem Bastelcomputer Raspberry Pi läuft. Hier werde auf einer grafischen Oberfläche eingeblendet, welche Ziele der TV aktuell ansteuert. Es gebe einen großen Vorrat solcher Listen, welche sich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen ließen. Für so viel detaillierte Kontrolle über den Datenfluss des Smart-TV müssen Nutzer allerdings eine Menge Zeit in die Einrichtung investieren und zudem Netzwerk-Wissen mitbringen, wie die »c't« scheibt. Der Filter sollte vorsichtig ergänzt werden, um keine Dienste zu blockieren, die man eigentlich benötigt.