Warum Prinz nur noch ein Name ist

Eine Krone aufsetzen und zack bist du eine Prinzessin oder ein Prinz. Im Spiel oder an Karneval geht das einfach. Auch in Filmen oder Büchern verwandeln sich normale Menschen immer mal wieder in Prinzen und Prinzessinnen, also in Adlige.

Kronen
Eine Königskrone im Museum. Foto: Holger Hollemann/dpa Foto: dpa

Adlige nennt man Leute, die bestimmten Familien angehören und deswegen besondere Titel tragen. Kaiser und König sind die höchsten. Herzöge, Grafen, Fürsten sind einige weitere. Und dann ist da noch das kleine Wort »von« im Nachnamen als Erkennungszeichen für adlig.

Wenn jemand sich also als Fürstin Gloria vorstellt oder als Alexander von Schönburg, bedeutet das: Diese Leute zählen sich zu Adelsfamilien in Deutschland. Schon ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern trugen diese Titel. Nicht selten wohnten diese Familien auf Schlössern. Manche tun dies auch heute noch.

Häufig berichten Reporter über solche Familien, die etwa von Bismarck heißen oder Prinz von Preußen. Zum Beispiel, wenn es Hochzeiten gibt.

Dabei heiraten dann gar keine echten Fürstinnen oder Grafen. Denn vor 100 Jahren hat sich in Deutschland sehr viel verändert. Es gab nach einem großen Krieg eine Revolution! Erst musste Kaiser Wilhelm II. als höchster Adliger sein Amt aufgeben. Später wurden dann viele neue Gesetze geschrieben, zusammen Weimarer Verfassung genannt. Darin stand: Nicht der König regiert, sondern das Volk.

In der Verfassung hieß es auch: Adlige sind ab jetzt keine Gruppe mehr mit besonderen Rechten! Sondern Leute wie alle anderen auch. Gräfin oder Fürst durften nur noch Teil des Nachnamens sein. Und es durften auch keine neuen Adelstitel mehr verliehen werden.

Lernst du also etwa einen Herrn von Schubert kennen, ist klar: Seine Vorfahren gehörten einer Adelsfamilie an. Daran erinnert der Name. Ein richtiger Adliger ist er jedoch genauso wenig wie du ein echter Prinz bist oder eine echte Prinzessin.