Verbindung von Klassik und gehobener Volksmusik

Die problemlose Verbindung von Klassik und gehobener Volksmusik beim Traunwalchner Adventskonzert ist ein Markenzeichen der Programmgestaltung des Musikalischen Leiters Manfred Hausotter. Ebenso das unermüdliche Suchen nach immer neuen Werken. Auch heuer steckte wieder mehr als das Gängige dahinter. Das Konzert war ein kurzweiliges und glanzvolles Musikereignis, das zu Recht stehende Ovationen verdient hat. »Absolut traumhaft«, schwärmten die Besucher.

Das Traunwalchner Adventskonzert in der Pfarrkirche unter der Leitung von Manfred Hausotter war wieder ein glanzvolles Musikereignis zwischen Klassik und Volksmusik. (Foto: Gabi Rasch)

Traunwalchen kann sich glücklich schätzen, mit Sängern und Musikern gesegnet zu sein, die es Jahr für Jahr aufs Neue verstehen, das anspruchsvolle Programm bravourös zu bewältigen. Seit Jahren bilden sie einen festen Bestandteil und sind damit ein Garant, auf hohem Niveau musikalisch durch die Weihnachtsgeschichte zu führen. Chor und Instrumentalisten zeigten sich sowohl in den Einsätzen als auch in der Intonation wieder gefestigt und wurden den hohen Anforderungen gehobener Klassik und Volksmusik auch gerecht.

Anzeige

Mit bekannten Melodien wie »Es kommt ein Schiff geladen« oder dem »Ave Maria« aus der Eröffnungskantate zum Salzburger Adventssingen 1971 wurde das Konzert in der gut besuchten Pfarrkirche eröffnet. Mächtig und ebenso harmonisch schafften die Bläser einen fließenden Übergang in den Volksmusikteil, der mit reizvollen Arrangements aufhorchen ließ. Mit glockenklaren Stimmen bezauberte ein Dreigesang mit Tissi Fernandez sowie Katharina und Veronika Lauber in Begleitung von Elisabeth Bäuml auf der Harfe. Andächtige Besinnlichkeit verströmten auch die Holzbläser und Blechbläser mit Werken aus der Feder von Georg Angerer.

Höhepunkt des Programms war das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens. In diesem lyrisch-expressiven, klangzarten Werk aus dem Jahr 1858 hat der damals 23-jährige französische Komponist neben der Erzählung von der Verkündigung der Engel an die Hirten einige Texte aus der Weihnachtszeit vertont. Zum besseren Verständnis der Zuhörer übersetzte Manfred Hausotter die lateinischen Texte ins Deutsche. Den fünf Solisten Irmi Irgmaier und Tissi Fernandez (Sopran), Tanja Thaler (Alt), Bernhard Kesy (Tenor) und Günther Datz (Bariton) und dem Chor gelang dabei das reizvolle Wechselspiel mit den anrührenden Klängen von Streichorchester, Harfe, Flöte und Orgel vortrefflich. Ein sinnliches Klangerlebnis, das seines Gleichen sucht! Mit dem Lobgesang himmlischer Herrscharen, dem Te deum (K.V. 141) »Dich, Gott, loben wir« von Wolfgang Amadeus Mozart, erreichte das mit Bedacht ausgewählte Programm seinen feierlichen Höhepunkt. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus und natürlich ließ es die Musiker nicht ohne Zugabe ziehen.

Die verbindenden Worte zwischen den Musikbeiträgen sprach Pastoralreferent Martin Benker. Er vertrat den stimmlich angeschlagenen Pfarrer Richard Datzmann. Neben dem Kirchenchor Traunwalchen und den Solisten spielten Mitglieder des Ruperti-Kammerorchesters mit und eine Bläsergruppe aus den Reihen der Traunwalchner Blaskapelle. Zu erwähnen sind auch Edeltraud Spiel (Querflöte), Hannes Baumgartner und Petra Schmidt (Klarinette), Augustin Spiel (Fagott). An der Orgel saß Georg Angerer. Gabi Rasch