Anna Elfriede Ringsgwandl und Marcus Everding im Kloster Seeon mit dem Oberbayerischen Kulturpreis ausgezeichnet

Theater ist ihr Leben

Der Theaterautor und Regisseur Marcus Everding und die Theaterleiterin, Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Anna Elfriede Ringsgwandl haben den Oberbayerischen Kulturpreis erhalten. Die Auszeichnung verlieh ihnen Bezirkstagspräsident Josef Mederer im Beisein von rund 150 Gästen im Festsaal des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon. Der mit jeweils 5000 Euro dotierte Preis wird seit 1980 jährlich an zwei Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Kultur in Oberbayern verdient gemacht haben. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der »Bayrisch Jazz Group«.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (rechts) zeichnete Anna Elfriede Ringsgwandl und Marcus Everding mit dem Oberbayerischen Kulturpreis aus. (Foto: Rasch)

Bezirkstagspräsident Mederer würdigte die beiden als leidenschaftliche Theatermenschen. Theater sei keine Solo-Nummer. Theater funktioniere nur, wenn sich viele einbringen. Dazu brauche es auch Menschen, die sich und anderen etwas zutrauen und das Beste dabei rauszuholen, sagte Mederer. Menschen, die die Sache professionell in die Hand nehmen, sodass aus kleinen Anfängen am Ende ganz großes Theater werde, das über die Orte des Geschehens hinaus wirke. Rings-gwandl und Everding seien solche Menschen, die sich um das Volkstheater als wichtigen Teil der Kultur in Oberbayern verdient gemacht hätten.

Anna Elfriede Ringsgwandl erhielt den Preis zusammen mit dem 20-köpfigen Ensemble »Himmegugga«. In Riedering im Landkreis Rosenheim aufgewachsen, schrieb Rings-gwandl vor 20 Jahren ihr erstes Theaterstück »Der Zigeunerbauer«. 2002 erfüllte sich ihr jahrelanger Traum vom eigenen Theater, als sie zusammen mit ihrer Familie in Ecking am Simsee ein Theaterzelt errichtete. Dort fand die Premiere ihres zweiten Stücks »Da Himmegugga« statt, das mit über 1200 Aufführungen und inzwischen über 150 000 Zuschauern das in Mundart verfasste Stück auch überregional bekannt machte. Inzwischen haben auch ihr drittes Stück »Gsindlkind« und das vierte »Elias« Premiere gefeiert.

Staatsministerin Ilse Aigner würdigte in ihrer Laudatio das leidenschaftliche Engagement der Theaterleiterin. »Du bist im wahrsten Sinne des Wortes einfach 'theaternarrisch' von Kindesbeinen an, und das spürt man auch beim Riederinger Theater. Es trägt deine Handschrift und sprüht vor Leidenschaft. Ohne dich wäre die bayerische Theaterlandschaft ein gutes Stück ärmer. E und E Ringsgwandl (Elfriede und Ehemann Erwin) sowie das ganze Team des »Himmegugga«-Ensembles gehören zu Oberbayern wie der Chiemsee und die Kampenwand, so die Ministerin.

Sichtlich gerührt nahm die Preisträgerin an ihrem Hochzeitstag die Auszeichnung in Empfang. Es fühle sich an, wie bei der Oscar-Verleihung in Hollywood und sie freue sich riesig, den »bayerischen Oscar« in den Händen zu halten, sagte sie.

Als langjähriger Weggefährte beglückwünschte der Landtagsvizepräsident von Nordrhein-Westfalen, Oliver Keymis, den Preisträger Marcus Everding und würdigte ihn als »bodenständiges, sprach- und heimatverbundenes Multitalent«.

Marcus Everding, Sohn des bekannten Theaterregisseurs August Everding, nach dem in dessen Wahlheimat Truchtlaching auch eine Straße benannt ist, debütierte als Regisseur am Stadttheater Regensburg. Es folgten Engagements an verschiedenen Theatern, der gebürtige Münchner hat sich aber auch als Autor von Libretti und Theaterstücken einen Namen gemacht. Daneben ist er für zahlreiche Neubearbeitungen verantwortlich. Gabi Rasch