Breites Spektrum beim Wössner Kulturabend in der Aula der Schule

Musik und Tanz verbinden die Kulturen

Ein breites Spektrum an Musik und Tanz gab es beim »Wössner Kulturabend«, den die Diakonie im Achental in der vollbesetzten Aula der Grund- und Mittelschule Unterwössen abhielt.

Seydou, ein junger Mann, der mit seiner Trommel und dem Spaß an seiner Musik einen jeden Zuhörer im Wössner Kulturabend mitriss. (Foto: Flug)

Die Bandbreite reichte vom japanischen Tanztheater über afrikanische Trommeln bis hin zu orientalischem Gesang. Natürlich fühlten sich die Besucher nicht von jedem Programmpunkt gleichermaßen angesprochen, doch überwog eindeutig die Begeisterung des Publikums bei dem zweistündigen Abend. Organisator und Moderator Stephan Wegner brachte es auf den Punkt: »Wo die Sprache nicht ausreicht, sind Musik und Tanz verbindende Elemente zwischen den Kulturen.«

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»Löwenhoagascht« in Staudach-Egerndach

Vinzenz Wiedemann und Stefan Hildebrand aus der Musikschule Grassau eröffneten im Schulhausgang den Abend mit ihren Alphörnern. Ihre Wurzeln in der Musikschule hat auch die Knopf-Soatn-Blech-Blosn, eine fünfköpfige Gruppe um die beiden Schwestern Hacher aus Marquartstein. Die diesjährigen Gewinner des Volksmusikpreises des Wasserburger Löwen freuten sich über den Auftritt, half er doch, ihren Löwenhoagascht am heutigen Samstag um 19.30 Uhr im Gasthof zum Ott in Staudach-Egerndach bekanntzumachen.

Mit flinken Fingern stellte George Nasser die vielfältigen Möglichkeiten der Oud, der dickbauchigen orientalischen Laute, unter Beweis. Besonders eindrucksvoll wurde das, als sich Herbert Walter, Musikpädagoge aus Marquartstein, dazu gesellte. Er spielte die orientalische Flute, eine Flöte. Die Jugendgruppe des Trachtenvereins »D' Achentaler« erfreute mit Trachtentanz und Plattler vor allem die ausländischen Gäste unter den Zuschauern. Fleißig filmten sie und sandten Bilder in ihre Heimat.

Schon in den letzten Kulturveranstaltungen war Seydou mit seiner afrikanischen Trommel ein Höhepunkt. Mit großen Augen und einem offenen Herz für seine Musik sprach der noch sehr junge Mann die Zuhörer an und trieb sie zum Mitmachen an. Das Publikum sang den Refrain oder klatschte im Rhythmus. Als Zugabe gab Seydou den Zuhörern eine Hausaufgabe. Ein flinkes Fingerspiel mit Klatschen auf Schenkel und Brust, mit Tippen auf Augen, Nase und Hals brachte Verwirrung, Begeisterung und beste Stimmung unter die Gäste.

Nach der Pause mit einem Buffet mit vor allem orientalischer Kost erklang wunderbar und vielseitig der Gesang von Mohammed zu seiner kurdischen Saz, ebenfalls einer Langhalslaute. Auch wer die kurdischen Worte nicht verstand, verspürte die Stimmung, ob fröhlich oder traurig, die der Sänger wunderbar ausdrücken konnte.

Gegen Ende des Abends folgte dann noch ein besonderer Höhepunkt mit einem japanischen Tanztheater, einem Butoh-Tanz. Auf der abgedunkelten Bühne spielte die ehemalige Philharmonikerin, die Unterwössnerin Mitsuko Date-Botsch, im traditionellen japanischen Gewand ihre Violine. Lola de Bavière verwob sich in ihrem Ausdruckstanz mit ihrer Musik. Einen passenden Ausklang setzte eine Gruppe junger Syrer im gemeinsamen Tanz.

Das Publikum zeigte sich von den Darbietungen begeistert. Anfeuerungsrufe aus dem international gemischten Publikum gab es häufig. Die Mehrzahl der Gäste bedankte sich am Ausgang mit einer Spende. Ludwig Flug