Matinee-Konzert mit »Giovedi Vocale« und dem »PopChorProjekt«

Alles, was sich das Publikum von modernem Chorgesang nur wünschen kann, wurde beim Auftritt der Formationen »Giovedi Vocale« und »PopChorProjekt« im voll besetzten Trostberger Postsaal aufgeboten: Reiner, glasklarer Gesang, raffinierte Arrangements und hohe Bühnenpräsenz, wobei viele der Mitwirkenden auch als Solisten glänzten, temperamentvoll und souverän.

Die rund 50 Mitwirkenden des »PopChorProjekts« machten deutlich, dass sie die hohe Kunst des A cappella beherrschen. (Foto: Heel)

Aber nicht nur die Ansprüche an Interpretation und Darbietung wurden erfüllt, auch der Humor kam nicht zu kurz. Mit spritzigen Texten aus eigener Feder und amüsanten Spielszenen, in denen die Lieder auf witzige Weise illustriert wurden, sorgten die rund 25 Sänger und Sängerinnen von »Giovedi Vocale« unter der Leitung von Stephan Hadulla für viele Lacher. Zumal sie ihren Auftritt mit dem spöttischen Lied »Da muass i doch lacha« eröffneten, in dem die Frauen des Ensembles klarstellten, dass sie selbst am besten wissen, welche Männer zu ihnen passen.

Witz und Selbstironie zeichneten auch ihre anderen Lieder aus, sei es beim Thema Fußball, das (die Männer) angeblich nicht interessiert, oder bei »Nur für dich«, einem frechen Abgesang auf eine Beziehung. Mit einer so kurzweiligen wie einfallsreichen Bühnenshow, in der sie den Untergang der Titanic nachstellten, soweit dies ohne Geld, ohne Schiff und ohne Leonardo DiCaprio machbar war, neigte sich ihr begeistert aufgenommenes Konzert dem Ende zu.

Die wahrlich hohe Kunst des A cappella beherrschten auch die rund 50 Mitwirkenden des noch jungen »PopChorProjekts«, die nach einer kleinen Pause die Bühne übernahmen.

Dirigiert von Rebekka Thois, die zusammen mit Karin Lischka das Ensemble aufgebaut hat, gingen sie mit sichtbarem Enthusiasmus und hoher musikalischer Qualität ans Werk, wobei schon ihr erstes Stück, eine mitreißend vielschichtige, differenzierte Version der »Good Vibrations« von den Beach Boys, den Kurs wies: tief hinein in die Rock- und Popmusik, zu Covern von Hits wie »Sweet Dreams« (Eurythmics) oder »Dancing In The Moonlight« (King Harvest).

Nur logisch also, dass Rebekka Thois und Karin Lischka ihr Projekt ab jetzt »Undercover« nennen möchten. Wobei der (weitere) Erfolg garantiert sein dürfte, bei derart ausgeprägtem Verständnis für Rhythmus und Dynamiken der jeweiligen Komposition. Entsprechend froh gestimmt schickte der Chor zu den Klängen von »Don’t worry, be happy« seine begeisterten Zuhörer auf den Heimweg. Wolfgang Schweiger