Der im Alter von 99 Jahren verstorbene Ruhpoldinger Ehrenbürger wurde unter großer Anteilnahme beerdigt

Letztes Geleit für Altlandrat Leonhard Schmucker

Ruhpolding – Es war ein Spiegelbild seiner allseitigen Beliebtheit: Ein schier nicht endender Trauerzug begleitete am Freitag den am Dienstag vergangener Woche im Alter von 99 Jahren verstorbenen Altlandrat Leonhard Schmucker auf seinem letzten Weg. Die große Schar an Trauergästen gab dem früheren Chef des Landratsamts Traunstein das letzte Geleit, um posthum nochmal die großen Verdienste und das Lebenswerk des Kommunalpolitikers zu würdigen, aber auch der Familie Schmucker und weiteren Angehörigen ihre Anteilnahme zu bezeugen. Viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft, seine Landrats-Nachfolger, aktuelle und ehemalige Entscheidungsträger, Kreis- und Gemeinderäte, Behördenvertreter sowie die Ortsvereine und Institutionen brachten mit ihrer Teilnahme ihre Wertschätzung dem Verstorbenen gegenüber zum Ausdruck.

Ein langer Trauerzug geleitete Leonhard Schmucker zu seiner letzten Ruhestätte.

Den Trauergottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg hielt Pfarrer Otto Stangl in Konzelebration mit Teisendorfs Pfarrer Martin Klein, der aus Ruhpolding stammt. Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine gaben beidseitig des Hochaltars ein würdiges Bild ab.

Pfarrer Stangl verglich das Leben Schmuckers mit dem Gleichnis des Sämanns aus dem Evangelium. Die Mühen des Säens, Schwierigkeiten und Widerstände sind vorbei; jetzt sei die Zeit des Erntedanks gekommen. Leonhard Schmucker habe viel Gutes bewirkt und könne nun eine reiche Lebensernte einfahren.

Das feierliche Requiem wurde vom Kirabiche-Viergsang und vom Kirchenchor St. Georg unter der Leitung von Richard Krekel musikalisch gestaltet. Es sollte zugleich ein Vergelt's Gott für Schmuckers Unterstützung bei der Durchführung von Konzerten und Adventssingen sein, auf die die Singgemeinschaft immer zählen konnte.

Wie Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler in seiner Kondolenzrede ausführte, habe Schmucker bereits mit 13 Jahren eine Lehre in der Gemeindeverwaltung angetreten. Der Grundstein für den politischen Werdegang wurde aber viel früher gelegt, als er schon als Schulbub die sicher interessanten Gespräche zwischen seinem Vater Bartolomäus, als damaligen Ruhpoldinger Bürgermeister, und dem Reichstagsabgeordneten Georg Eisenberger, dem Hutzenauer, auf der Hausbank beim »Weinseis« mitverfolgen konnte. Nicht nur der Landkreis, auch die Gemeinde habe ihm viel zu verdanken. So ist sein Name untrennbar mit dem Bau der Rauschbergbahn, der Förderung des Verkehrsvereins und damit dem Tourismus, dem Bau des Wellenbads und der Sporthalle und zahlreichen anderen Projekten verbunden, wie etwa dem Holzknechtmuseum.

Auch Landrat Siegfried Walch bestätigte Schmucker, er sei Ruhpoldinger mit Leib und Seele und zugleich zupackender Chiemgauer gewesen, der stets nach der Grundhaltung handelte: Sagen, was man denkt und tun, was man darf. Mit ihm verliere der Landkreis eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten.

Der Ehrenbürger der Gemeinde fand im Familiengrab im neuen Friedhof seine letzte Ruhestätte. Musikalisch verabschiedeten sich die Trachtenkapelle der Rauschberger-Zell und die Rupertiwinkler Jagdhornbläser von ihrem Förderer.

Am heutigen traditionellen Vinzenzitag werden besonders die Forstberechtigten an ihren Verbandsgründer denken. ls