Antrag auf Nutzungsänderung für Ladengeschäft an Kantstraße abgelehnt

Kein Büro statt Einzelhandel

Traunreut – Die leerstehende Metzgereifiliale an der Kantstraße soll nach dem Willen des Traunreuter Bauausschusses Einzelhandelsfläche bleiben und nicht – wie beantragt – für Büroräume genutzt werden.

Das leerstehende Ladengeschäft einer ehemaligen Metzgereifiliale an der Kantstraße in Traunreut soll auch künftig für den Einzelhandel und nicht als Büro für die Caritas genutzt werden. Der Bauausschuss des Traunreuter Stadtrats stützt sich dabei auf die Ziele der Innenstadtsanierung und hat deshalb einen Antrag auf eine Nutzungsänderung abgelehnt. (Foto: Rasch)

Mit dieser Entscheidung soll ein klares Signal gesetzt werden, den Zielen und Zwecken der Innenstadtsanierung Rechnung zu tragen, nämlich die Kantstraße im Zuge des geplanten Ausbaus als Handelsstraße zu stärken. Herbert Kusstatscher (SPD) warnte in der Sitzung des Bauausschusses vor einem »Ausverkauf von Einzelhandelsflächen« in der Kantstraße.

Anzeige

Vorausgegangen war der Entscheidung ein Antrag der Wohnungsbau GmbH des Landkreises Traunstein, der Besitzerin des Gebäudes. Die Wohnungsbau GmbH beantragte eine Nutzungsänderung für das Ladengeschäft der ehemaligen Metzgereifiliale in Büroräume für die Caritas. In dem Geltungsbereich wären laut Baunutzungsordnung Büroräume grundsätzlich zulässig und es müssten auch keine zusätzlichen Stellplätze ausgewiesen werden.

Nachdem aber die Kantstraße als Handelsstraße aufgewertet werden soll, lehnte das Gremium mit Ausnahme von Günther Dzial (SPD) den Antrag der Wohnungsbau GmbH mit der Begründung ab, dass die beantragte Nutzungsänderung den Zielen und Zwecken der Sanierung des Stadtkerns widersprechen würde. Während Dzial die Meinung vertrat, Büroräume zuzulassen, bevor der Laden weiter leer steht, schlug sich die große Mehrheit auf die Seite von Bürgermeister Klaus Ritter. Ritter hatte darauf aufmerksam gemacht, dass durch eine Nutzungsänderung wichtige Einzelhandelsflächen verloren gehen würden. »Es wäre enorm schade, wenn aus Einzelhandelsflächen Büroräume entstehen würden.«

Nachdem es sich bei der Umnutzung um keine gravierenden Baumaßnahmen handelt, wie Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann erklärte, hätte die Stadt insofern keine rechtliche Handhabe, den Antrag abzulehnen. Das Gremium stützt sich jedoch auf die im Sanierungsgebiet festgeschriebenen Ziele, in denen der Handel einen Schwerpunkt bildet. An diesen Zielen und Zwecken sollte nach Auffassung auch festgehalten werden, so der Tenor. »Unser Ziel ist die Stärkung der Kantstraße als Handelsstraße. Da brauch ma gar nicht rumtun«, sagte Sepp Winkler (Bürgerliste). Auch Herbert Kusstatscher bezog dazu eine klare Stellung. Er könne dem Antrag keinesfalls zustimmen, sagte er. »Das wäre ein Ausverkauf unserer Einzelhandelsflächen«, warnte Kusstatscher. Nach Angaben von Andrea Haslwanter (CSU) soll es offenbar einen interessierten Einzelhändler für das leerstehende Ladengeschäft geben. »Wenn es eh einen Interessenten gibt, wäre es falsch, wenn die Caritas jetzt ein Büro rein macht.« Nähere Angaben, welcher Einzelhändler an einer Anmietung des Ladens interessiert sein soll, wurden nicht gemacht. Es wäre jetzt Aufgabe des neuen Stadtmanagers Christian Ehinger, entsprechende Gespräche mit dem Landkreis und dem interessierten Bewerber zu führen, so Haslwanter. Bürgermeister Ritter forderte das Gremium auf, ein eindeutiges Signal zu setzen: »Ein Signal des Ausschusses, was will die Stadt, ist jetzt wichtig.« ga