Musik und Geschichten aus aller Welt mit der Band Quadro Nuevo im Traunsteiner NUTS

Großartige Fusion aus Jazz und Weltmusik

Es war im Mai 1999, da klopfte der Gitarrist Robert Wolf an die Pforte der wenige Monate zuvor eröffneten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS und fragte, ob er mit seiner Formation Quadro Nuevo hier auftreten könne. Konnte er, und die Band hatte ihr »Wohnzimmer« gefunden, wie sich im Lauf der folgenden Jahre herausstellen sollte.

Auch nach 45 Auftritten im Traunsteiner »Kulturwohnzimmer« NUTS haben die Musiker von »Quadro Nuevo« nichts von ihrer Ausstrahlung verloren. (Foto: NUTS)

Jetzt waren Quadro Nuevo zum sage und schreibe 45. Mal zu Gast im NUTS, wie häufig mit zwei Auftritten am Stück und wie üblich vor ausverkauftem Haus. Allerdings ohne Robert Wolf, der seit einigen Jahren nicht mehr unter uns weilt. An seine Stelle ist die Harfenistin Evelyn Huber getreten, die schon vorher lange Jahre mit Mulo Francel, dem Frontmann der Band, als Duo musiziert hatte.

Ausgehend von ihrem zuletzt veröffentlichten Album »Flying Carpet«, das in Zusammenarbeit mit dem ägyptischen Ensemble Cairo Steps entstanden ist, griffen die vier Ausnahme-Musiker dabei erneut tief in ihr Repertoire und präsentierten einen so exotischen wie inspirierenden Mix aus Balkan-Swing, orientalischen Klängen und deutschen Volksliedern (»Die Gedanken sind frei«). Allerdings deutlich rhythmusbetonter als gewohnt, angetrieben von Kontrabassist D. D. Lowka, der kaum an seinem angestammten Instrument agierte, sondern vorwiegend als Perkussionist. Anregend moderiert wurde das Konzert wie üblich von Mulo Francel (Saxofon/Klarinette), der zu fast jedem Stück ein paar Anmerkungen parat hatte.

So verwies er gleich zu Beginn darauf, dass Akkordeonist Andreas Hinterseher die Komposition »Café Cairo« geschrieben habe, ohne vorher jemals in Ägypten gewesen zu sein, sein Erträumtes sich offensichtlich aber bewahrheitete. So elegant und luftig wie die Fresken des Barock-Künstlers Giambattista Tiepolo geriet auch das Stück »Tiepolo«, zu dem Francel erzählte, wie der seinerzeit international gefragte (und bestens bezahlte) Maler 1750 nach Würzburg gekommen war, um dort die Decke der Residenz zu bemalen.

Nicht ganz ernstzunehmen war hingegen sein Bericht über ihre abenteuerliche »Reise nach Batumi«, die dazu geführt habe, dass das berühmte Goldene Vlies, um das schon Jason und seine Argonauten gekämpft hatten, heute im Heimatmuseum von Fischbachau zu besichtigen sei.

Mit »Ikarus’ Dream«, inspiriert von einer Bergbesteigung auf der Insel Samos, und der Ballade »Caruso« verabschiedete sich die Band von ihren Fans, die wieder einmal ein ganz besonderes Konzert erlebt hatten. Wolfgang Schweiger