Devisen: Schwache Ifo-Daten drücken Euro zeitweise unter 1,29 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> ist am Montag nach enttäuschenden Ifo-Daten schwächer in die neue Woche gestartet. Mit einer überraschenden Stimmungseintrübung in den deutschen Unternehmen gab die Gemeinschaftswährung mehr als einen halben Cent nach und sank zeitweise unter die Marke von 1,29 Dollar. Im Nachmittagshandel konnte sich der Euro wieder etwas erholen und stand mit 1,2910 Dollar leicht über dem Tagestief bei 1,2892 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2916 (Freitag: 1,2988) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7742 (0,7699) Euro.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft, ist im September das fünfte Mal in Folge gesunken. Bankvolkswirte wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten bei der Stimmung in den deutschen Unternehmen mit einer leichten Aufhellung gerechnet. Die Berenberg-Bank rechnet trotz der jüngsten Eintrübung des Ifo-Geschäftsklimas aber nicht mit einer Rezession in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft wird die Rezession vermeiden und kurz vor dem Jahresende wieder stärker in Schwung kommen", sagte Berenberg-Experte Holger Schmieding.

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Der September-Rückgang des Ifo-Index rufe aber in Erinnerung, dass die deutsche Wirtschaft und die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone zusammenhängen, so Schmieding weiter. Die deutsche Wirtschaft gilt gemeinhin als eine tragende Stütze der Eurozone. Jeder Zweifel an der Tragfähigkeit belaste auch den Kurs der Gemeinschaftswährung, sagte ein Devisenexperte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79680 (0,79870) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 100,79 (101,58) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2095 (1,2110) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.762,50 (1.784,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 43.050,00 Euro (43.030,00) Euro.