Almkirta des Trachtenvereins »D' Rauschberger-Zell« beim Holzknechtmuseum war ein voller Erfolg

Das Motto lautete heuer »Ois wos si drahd«

Ruhpolding – Trotz des regnerischen Wetters war der Almkirta des Trachtenvereins »D' Rauschberger-Zell« im Holzknechtmuseum in der Laubau ein voller Erfolg. Der ursprünglich draußen geplante Festgottesdienst wurde kurzerhand in den schönen, aus Holzbalken konstruierten Raum im zweiten Stock des Museums verlegt. Durch die hervorragende Akustik klang die musikalische Gestaltung durch den Männerchor Ruhpolding besonders schön, ebenso die stimmungsvolle Harfenmusik von Hansl Auer. Pfarrer Otto Stangl verband im Gottesdienst den Dank für ein gutes Erntejahr mit dem Dank für einen guten Abschluss des Almsommers ohne Unfälle.

Heimische Schafwolle verarbeiteten die Frauen an ihren Spinnrädern. (Foto: Giesen)

Den weltlichen Teil des Almkirta eröffnete der Vorstand des Trachtenvereins, Johannes Stief. Er betonte, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenarbeit für jeden Einzelnen, aber auch für den Erfolg einer großen Veranstaltung sind. Rund 75 Vereinsmitglieder arbeiteten mit, sodass der Ablauf des vielfältigen Programms und die Verköstigung der vielen Besucher bis in die Abendstunden reibungslos klappte. Das durchwachsene Wetter gab dem Almkirta einen besonderen, gemütlichen Flair, weil sich viele Besucher gerne im Inneren des Museums oder in den Hütten aufhielten. Etwa zwölf unterschiedliche Musikgruppen musizierten im Hauptgebäude und in den Hütten, manche auch unter Zelten im Freien. Mit dabei waren zum Beispiel die Taubensee Tanzlmusi oder die Bochleitn-Musi aus Petting. Interessiert beobachteten die Besucher verschiedene Handwerker bei ihrer alten Handwerkskunst, zum Beispiel einen Drechsler bei der Arbeit, Kranzbinderinnen von Erntekronen oder Schmuckkränzen oder drei Spinnerinnen, die an ihren Holzspinnrädern heimische Schafwolle verarbeiteten. Imker zeigten, wie aus den Bienenwaben Honig gewonnen wird und ein Bäckermeister das Backen von Brot im alten Holzbackofen.

Gemäß dem Motto »Ois wos si drahd« demonstrierte ein Wagner, wie per Hand Holzwagenräder und Speichen hergestellt werden. Große Aufmerksamkeit erregten auch die alten bäuerlichen Gebrauchsgegenstände, wie verschiedene Leiterwagen, Schubkarren, eine Windmühle für Getreide oder die historischen Fahrräder vom Hochrad bis zum Transportrad mit drei Rädern.

Mit den verschiedensten Getränken und Speisen war für das leibliche Wohl der Besucher bestens gesorgt, wobei die selbst gemachten Kuchen der Trachtenfrauen oder Almnussen und Zwetschgenbavesen aus der Schmalzpfanne besonders begehrt waren. Der Almkirta des Trachtenvereins »D' Rauschberger-Zell« wird seit 1988 alle zwei Jahre auf dem Gelände des Holzknechtmuseums gefeiert. Der Reinerlös kommt der Jugendarbeit zugute. gi