Sat.1-Show «Game of Games»

Bülent Ceylan: »Du Drecksack« ist bei uns keine Beleidigung

Ein Comedian übernimmt die Moderation einer Quiz-Show: Bülent Ceylan ist künftig bei Sat.1 zu sehen. Der Mannheimer freut sich bereits auf den Start der Sendung und glaubt, dass ein Komiker genau der Richtige für den Job ist.

Bülent Ceylan
Der Comedian Bülent Ceylan hat wieder richtig Lust auf Fernsehen. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Bülent Ceylan (42) ist mit vielen Bühnenprogrammen und TV-Shows einem breiten Publikum bekannt geworden. Zuletzt trat er in seiner »Die Bülent Ceylan Show« bei RTL auf.

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Nun ist er zum Sender Sat.1 gewechselt, wo er ab diesem Freitag (20.15 Uhr) erstmals eine Spiel-Show moderieren wird: »Game of Games«. Warum der Comedian den Sender gewechselt hat, welche die Herausforderungen als Moderator auf ihn zukommen und was Sat.1 sonst noch mit ihm vorhat, erzählt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Die neue Show ist ein gänzlich neues Spielfeld für Sie?

Antwort: Ja. Ich habe mir schon lange ein internationales Format gewünscht, für die ganze Familie, mit Leichtigkeit und Spontanität. Es ist ein richtig fettes Format, von den Spielen her sicher eher simpel, aber aufwendig und nicht billig gemacht. Der Moderator ist nicht nur Moderator, sondern er spielt mit den Kandidaten - ohne irgendwelche Promis - und lebt alles mit. Ich denke, dass für diesen Job ein Comedian am besten geeignet ist, der nicht nur Wissen abfragt, sondern eben mitfiebert und keinen niedermacht. Ich kann die Leute eher abholen, trösten und auch mal einen mitfühlenden Scherz einbringen. Ich kann also - wie bisher auch schon - ein frecher Junge sein, der dann auch mal ein schlechtes Gewissen zeigt.

Frage: Was hat Sie zum Wechsel von RTL hin zu Sat.1 bewogen?

Antwort: Also, ich denke, dass Sat.1-Chef Kaspar Pflüger dem Sender sehr gut tut. Das ist ein Familienmensch und auch ein Macher, und er entwickelt gerne neue Formate - und die dann gleich mit mehreren Folgen. Es sind in Sat.1 weitere Formate mit mir geplant, im Comedy-Bereich wie »Big Blöff« in diesem Herbst oder als Gast in anderen Shows und vielleicht als Schauspieler. Da werde ich sogar von schauspielernden Kollegen ermuntert, und es gibt ja auch tolle Vorbilder wie Dieter Hallervorden für mich. Ich bin sehr gespannt, und ich freue mich auf alles, was da kommt: Ich habe endlich wieder richtig Spaß am Fernsehen.

Frage: Was finden Sie am Mannheimer, ähm - am Mannemer Dialekt so toll?

Antwort: Der Dialekt ist sehr bodenständig, ehrlich, geradeheraus und hat viel Authentisches. Das mag für viele andere Dialekte ebenfalls gelten, aber das Mannemerische hat auch etwas Aggressives und Direktes. Wenn ich also »Du Drecksack« zu jemandem sage, dann ist das durchaus positiv gemeint auch im Sinne von »Das ist einer von uns«. Der Hamburger ist da sicher wesentlich zurückhaltender.

Frage: Sie pflegen Ihren Dialekt aber auch als eine Art Markenzeichen?

Antwort: Ja, natürlich. Das ist ja schon witzig, vor allem für die Leut', die von außerhalb kommen - es gibt ja auch jodelnde Japaner. Ich sehe ja nun nicht unbedingt wie ein gebürtiger Mannemer aus. Das nenne ich den Roberto-Blanco-Effekt, weil kaum jemand erwartet, dass derjenige dann plötzlich hochdeutsch spricht. In der neuen TV-Show werde ich schon so bleiben, wie ich bin, aber ich werde mich bemühen, hochdeutsch zu sprechen - für viele Mannheimer vermutlich etwas zu viel. Aber ich bleibe Mannemer, und ich lasse mir die Gosch nicht verbieten.

ZUR PERSON: Bülent Ceylan (46) wurde am 4. Januar 1976 in Mannheim geboren. Er studierte ab 1998 Philosophie und Politikwissenschaft, gab das Studium jedoch zugunsten seiner Bühnenkarriere auf. Erste Erfolge erzielte er mit seinen Programmen »halb getürkt« (2005) und »Kebabbel net« (2007), gefolgt von »Ganz schön turbülent« (2010) und »Die Bülent Ceylan Show« (2017). Er trat in TV-Shows wie »Quatsch Comedy Club« (ProSieben) und »Ottis Schlachthof« (BR) auf. Als Schauspieler wirkte er etwa in der Serie »Hausmeister Krause« (Sat.1) und im Kinofilm »Verpiss dich, Schneewittchen« (2018) mit. Bülent Ceylan lebt mit seiner Familie in Mannheim.

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