Bayern-Plan: Als Herbstmeister zur Club-WM

München (dpa) - Erst Herbstmeister, dann Club-Weltmeister - zur Krönung ihres Superjahres 2013 planen die Bayern eine weitere vorweihnachtliche Bescherung. Im letzten Heimspiel des Jahres soll gegen den Hamburger SV das Überwintern als Nummer 1 der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht werden.

Ehrgeizig
Der FC Bayern München ist durch die Niederlage gegen Manchester City zusätzlich angespornt. Foto: Marc Müller Foto: dpa

Keine vier Stunden später werden Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen dann schon in einer Sondermaschine der Lufthansa sitzen, die den Champions-League-Sieger zur Club-WM nach Marokko befördert. Kurz vor Mitternacht Ortszeit ist die Landung im Urlaubsort Agadir geplant.

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»Wir müssen und wollen gegen den HSV gewinnen, weil wir dann vorzeitig Herbstmeister wären. Als Erster in die Winterpause zu gehen, ist unser Ziel«, erklärte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: »Dann gehen wir nach Marokko und wollen dort das holen, was uns in diesem Jahr noch fehlt.« Nämlich die fünfte funkelnde Trophäe neben Meisterschale, DFB-Pokal, Champions League und europäischem Supercup. »Wir wollen den Titel, sonst brauchen wir da gar nicht hinzufahren«, verkündete Nationalspieler Thomas Müller in typischer Bayern-Art.

Vor dem einwöchigen Ausflug nach Nordafrika, wo es tagsüber über 20 Grad warm ist, müssen die Münchner aber erst noch eine letzte Hausaufgabe in der Heimat erledigen. Wegen der Club-WM musste das letzte Bundesliga-Hinrundenspiel gegen den VfB Stuttgart ins neue Jahr verlegt werden (29. Januar). Bei vier Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen reicht ein Sieg schon am 16. Spieltag für die 19. Herbstmeisterschaft. »Es ist wichtig, den Abstand auf Leverkusen, Dortmund und Gladbach zu halten«, mahnte Pep Guardiola.

Für den Trainer ist der Titelkampf noch nicht vorentschieden. »Ich habe Stimmen gehört, die Bundesliga sei fertig und vorbei, aber das ist nicht wahr. Wir müssen noch viel arbeiten, um wieder Champion zu werden.« Die vielen Lobeshymnen kommen ihm viel zu früh. »Wir sind im Moment nicht die Besten in Europa. Wir verdienen noch nicht viel Lob«, sagte Guardiola am Freitag. Es sei doch erst Dezember.

Guardiola ist »neugierig« auf die Reaktion seines Teams vier Tage nach der 2:3-Niederlage gegen Manchester City. Sie könnte den seit 40 Ligaspielen nicht mehr bezwungenen Rekordmeister anstacheln. »Man muss in die Köpfe wieder mehr diesen Siegeswillen einbrennen«, sagte Müller. Das könnte dann böse für den HSV enden: Mit 0:6, 0:5 und 2:9 ging der Bundesliga-Dino bei den vergangenen drei Auftritten in der auch am Samstag wieder ausverkauften Münchner Arena unter.

Den wehrlosen Prügelknaben wollen die Hamburger nicht wieder spielen. »Ich bin noch nie zu einem Spiel gefahren und habe vorher gedacht, wir verlieren - mal sehen, mit wie viel«, sagte Trainer Bert van Marwijk. René Adler, der am 30. März 2013 alle Neune bekam, kann wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht wieder im HSV-Tor stehen. Jaroslav Drobny soll ein erneutes Trefferfestival von Franck Ribéry und Co. verhindern. Kapitän Rafael van der Vaart kehrt beim HSV ins Team zurück. Gesperrt sind Maximilian Beister beim HSV und Jérome Boateng bei den Bayern. Bei den Münchnern sind David Alaba (verstauchter Finger) und Javi Martínez (Schulter) angeschlagen.

Die Herbstmeisterschaft garantiert den Bayern in der Regel auch den Titelgewinn. 18 Mal waren die Münchner im Winter Erster, 15 Mal wurden sie dann auch Meister. Abgefangen wurde der Rekordchampion in der Rückrunde nur dreimal, 1970/71 von Borussia Mönchengladbach, 1992/93 von Werder Bremen, 2011/12 von Borussia Dortmund.

Wenn die Bayern am Samstagabend nach Nordafrika aufbrechen, kennen sie auch ihren Gegner im Halbfinale der Club-WM. Es wird der Gewinner der Partie von Guangzhou Evergrande aus China gegen Al-Ahly aus Kairo sein. Guardiola freut sich drauf, mit Bayern um die nächste Trophäe zu kämpfen: »Nächste Woche kämpfen wir um den Titel als beste Mannschaft der Welt.«

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