Viele herausragende Leistungen: 298 Absolventen erhielten ihre Zeugnisse nach dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit

25 Staatspreise an der Berufsschule I überreicht

Traunstein – Mit den Worten »ab heute habt ihr schulfrei« empfing der neue Schulleiter der Berufsschule I Traunstein, Wolfgang Kurfer, die 298 Auszubildenden in den Fachrichtungen Elektro- und Metalltechnik zur Schulabschlussfeier.

Als Staatspreisträger und Klassenbeste geehrt vom neuen Schulleiter der BS I Wolfgang Kurfer (rechts) und dem stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser (links) wurden Alexander Kojer, Johann Angerer, Christian Freutsmiedl, Thomas Schweiger und Andreas Gruber, Susanne Maier, Claudia Seidel und Michael Schuhnagel (von links oben nach rechts unten).

In der Aula feierten die Absolventen mit weiteren 340 Gästen – Angehörigen, Freunden und Vertretern von Ausbildungsbetrieben – sowie den Lehrern, ihren erfolgreichen Abschluss. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten die Berufsschüler weitgehend selbst. Mit Aussagen zum Motto: »Jeder hat etwas, das ihn antreibt«, führten die Schüler unter der Anleitung von Religionslehrer Franz Deser in die Feierstunde ein. Dabei machten die Auszubildenden deutlich, was sie motivierte, den manchmal auch schwierigen Weg einer Berufsausbildung mit sehr lernintensiven Phasen erfolgreich bis zum Ende zu gehen.

»Freuen uns mit euch über die Abschlüsse«

Für ihren Erfolg erhielten die Absolventen dann auch von allen Rednern reichlich Lob. Die Vertreter der Schülermitverantwortung gratulierten mit den Worten: »Wir freuen uns mit euch über eure hart erkämpften und mit Entbehrungen erstrittenen Abschlüsse, weil ihr euch mit den errungenen Qualifikationen nahtlos in das Handwerk und die Industrie als Rückgrat der deutschen und europäischen Wirtschaftskraft integrieren könnt«.

An die beruflichen Qualifikationen der Absolventen für den heutigen globalen Arbeitsmarkt knüpften alle weiteren Redner aus Politik und Wirtschaftsverbänden an. Sie verbanden mit ihren Glückwünschen allerdings den Wunsch nach Weiterbildung und die Hoffnung, dass die jungen Fachkräfte in der Region bleiben, um die heimische Wirtschaft zu stärken. So wünschte sich zum Beispiel Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel mit den Worten »nutzen Sie Ihre Chance – die große Kreisstadt ist Zentrum von Handel, Handwerk und Dienstleistungen«, dass sich die Absolventen in der Region niederlassen.

Auch der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser appellierte, dass die jungen Leute doch beruflich in einem der vielen Hightech-Betriebe, die national und international agieren, oder einem der vielen mittelständischen Betriebe ihre berufliche Zukunft gestalten mögen. Konhäuser hob hervor, dass in den, bisher von Männern dominierten, technischen Fachrichtungen der Elektro- und Metalltechnik immer mehr junge Frauen eine Ausbildung absolvierten und dabei auch zunehmend zu den besten Absolventen gehörten.

Lob für die Motivationskräfte der Jugendlichen

Auch die Vertreter der Wirtschaftsverbände, Kreishandwerksmeister Peter Eicher und Werner Linhardt als Vorsitzender des IHK-Gremiums, betonten nochmals die erfolgreiche Wirtschaftsstruktur im Landkreis Traunstein. Sie verbanden mit ihren Glückwünschen den Dank an alle Beteiligten: Ausbilder und Lehrer, in erster Linie aber Eltern und Familie, Freunde und Vereine. Sie alle zusammen zählten zu den Motivationskräften der Jugendlichen.

Mit der nun erreichten »schulfreien Zeit« sei allerdings auch »der Zwang verbunden, sich entscheiden zu müssen« sagte der neue Schulleiter Wolfgang Kurfer. Denn nun müssten die künftigen Facharbeiter nicht nur die Lücke des Fachkräftemangels schließen, sondern sollten weitere berufliche und private Ziele verfolgen und dabei selbstständige, verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Damit sprach er auch bereits die großen Erwartungen an Personal- und Sozialkompetenzen an, einem wichtigen Element neben der bereits in der Ausbildung erworbenen Fachkompetenz: »Diese neu gewonnene Freiheit nach den Verpflichtungen der Lehre verlangt aber jetzt von Ihnen, dass Sie im Arbeits- und Berufsleben Verantwortung übernehmen.« Hierzu brauche man neben Disziplin, Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen auch Toleranz und Verständnis für alle, die andere Vorstellungen haben.

Friedliches Zusammenleben erfordert Verständnis und Mut

Zu seinem persönlichen Wunsch nach einem friedlichen, erfolgreichen Miteinander, besonders in Anbetracht der Zuwanderung, sagte er, dass »der häufig geforderten, zahlenmäßigen Begrenzung der Flüchtlinge das Gebot der Menschlichkeit gegenübersteht, welches uns gebietet, diese Menschen zumindest vorübergehend zu unterstützen und zu schützen.« Die Umsetzung dessen erfordere vor allem Verständnis und Mut.

Weiter erhielten 25 Absolventen Staatspreise für hervorragende schulische Leistungen mit Urkunden der Regierung von Oberbayern und die 14 Klassenbesten Buchpreise. »Die hohe Zahl der verliehenen Staatspreise zeigt die überwiegend große Leistungsbereitschaft und die bereits in der dualen Berufsausbildung erworbene Fachkompetenz der entlassenen Berufsschüler« machte Schulleiter Kurfer deutlich. awi