Zschäpe-Pflichtverteidiger gehen in letzte Plädoyer-Runde

Im NSU-Prozess steht die möglicherweise letzte Woche der Hauptverhandlung an. Die letzten beiden Verteidiger von Beate Zschäpe sollen Plädieren. Am Dienstag soll Rechtsanwalt Wolfgang Stahl das Wort haben.

Wolfgang Stahl
Beate Zschäpes Pflichtverteidiger Wolfgang Stahl. Foto: Peter Kneffel/Archiv Foto: dpa

München (dpa) - Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht (OLG) München soll Pflichtverteidiger Wolfgang Stahl heute sein Plädoyer für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe halten. Stahl hatte angekündigt, sich mit der Frage der Mittäterschaft Zschäpes zu befassen. Er ist einer der drei Verteidiger, die die Angeklagte seit Beginn des Verfahrens vertreten, mit denen sie aber zerstritten ist.

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Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» angeklagt. Die Bundesanwaltschaft meint, sie sei so zu bestrafen, als habe sie die Taten selber ausgeführt. Dazu zählen vor allem zehn Morde an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden und einer Polizistin aus Fremdenhass und Hass auf den Staat. Die Anklage hat lebenslange Haft beantragt. Die Verteidiger bestreiten eine Mittäterschaft und fordern für die Terrorverbrechen des NSU Freispruch.

In dieser Woche soll auch noch Rechtsanwältin Anja Sturm plädieren, die Zschäpe ebenfalls sei Prozessbeginn vertritt. Ihr Plädoyer soll am Mittwoch beginnen und voraussichtlich bis Donnerstag abgeschlossen sein.

Der OLG-Senat muss sich dann noch mit letzten Beweisanträge der Zschäpe-Verteidiger befassen. Damit wäre nach derzeitiger Lage die Hauptverhandlung im NSU-Prozess beendet. Anschließend folgen nur noch die letzten Worte der Angeklagten und dann das Urteil - sofern nichts Unerwartetes dazwischenkommt.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung im NSU-Prozess