Würzburger Hofgarten zeigt historische Gartenkunst

Würzburg (dpa/lby) - Einst wuchsen im Hofgarten der Würzburger Residenz Hunderte Obstbäume, die zudem in kunstvollen Formen erzogen waren. Gestreifte und rötliche Birnen oder Äpfel, die aufgeschnitten wie ein Stern aussehen - die Früchte selbst waren zum Teil auch echte Hingucker.

In Erinnerung an diese historische Gartenkunst des 18. Jahrhunderts hat die Bayerische Schlösserverwaltung die Sonderausstellung «Obstorangerie in Scherben» entwickelt, die erstmals die schönsten Zwergobstbäume der Würzburger Obstorangerie zeigt. Bis zum 3. Oktober werden die knapp 1,30 Meter hohen Bäumchen zu sehen sein, wie die Schlösserverwaltung mitteilte.

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Das besondere an den Apfel-, Birn- und Pflaumenbäumen ist, dass sie zu den alten Obstsorten des 18. Jahrhunderts gehören. In den vergangenen zehn Jahren hat die Schlösserverwaltung die historischen Sorten zusammengetragen und auf kleinem Raum kultiviert. Damit können die Besucher der Orangerie in Würzburg nun wieder einen Teil der alten Sortenvielfalt des Hofgartens sehen. Aber nicht alle bestehen auch den Geschmackstest, weiß Hofgarten-Gärtner Manuel Bechtold. «Manche sind vom Geschmack her richtig sauer und nicht zur Verkostung geeignet; sie sind einfach nur optisch interessant», so der technische Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg.

Die Bäumchen stehen übrigens in grün glasierten Keramiktöpfen, die eigens für die Würzburger Ausstellung hergestellt wurden. Sie wurden der Gebrauchskeramik des 18. und 19. Jahrhunderts nachempfunden. Noch heute finden die Gärtner im Boden und beim Graben im Hofgarten alte, grün oder braun glasierte Scherben, Henkel oder Topfränder aus dieser Zeit.