SPD-Bundestagsfraktion: Neonazi-Netzwerk immer noch aktiv

Berlin (dpa) - Die SPD im Bundestag hat das Urteil im NSU-Prozess begrüßt, aber eine Aufklärung zu möglichen weiteren Unterstützern des »Nationalsozialistischen Untergrunds« gefordert. »Beate Zschäpe wird mit lebenslanger Gefängnishaft bestraft. Wir begrüßen dieses Urteil«, teilte der stellvertretende innenpolitische Fraktionssprecher Uli Grötsch am Mittwoch mit. Allerdings ergänzte er: »Wir haben es mit einem gut organisierten Neonazi-Netzwerk zu tun, das immer noch im Untergrund agiert, und wir schließen nicht aus, dass sich eine Mordserie wie die des NSU jederzeit wiederholen könnte.« Die Ermittlungsbehörden seien daher in der Pflicht, »auch die weiteren Unterstützer aufzudecken«.

SPD-Politiker Uli Grötsch
SPD-Politiker Uli Grötsch. Foto: Sina Schuldt Foto: dpa

Das Oberlandesgericht München hatte die Hauptangeklagte Zschäpe wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. »Die Angehörigen wollen wissen, warum ausgerechnet ihr Vater, ihr Bruder oder ihr Sohn sterben mussten«, erklärte Grötsch. »Die Familien haben nach dem unendlichen Leid, das sie erfahren mussten, ein Recht auf vollständige Aufklärung des NSU-Terrors.«

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