Schnee in Südbayern: Helfer schaufeln, Lage entspannt sich

Tausende Helfer schaufeln in Südbayern weiter Schnee von den Dächern - seit fast einer Woche schon. Hunderte Dächer sind in den besonders betroffenen Landkreisen noch zu räumen. Insgesamt aber ist ein Ende der Extremlage in Sicht.

Winter in Bayern
Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) räumen im Landkreis Traunstein ein Hausdach. Foto: Bastian Glückselig/DLRG/dpa Foto: dpa

München (dpa/lby) - Die Schneelage in Südbayern entspannt sich weiter. In einigen Gebieten kehrte am Mittwoch fast Normalzustand ein. In anderen Bereichen hingegen waren Tausende Helfer weiter im Einsatz, sie schaufelten unter anderem Dächer frei. An Hunderten Gebäuden muss noch geräumt werden. Weiter galt der Katastrophenfall in den Landkreisen Miesbach, Traunstein und Berchtesgadener Land. In den meisten Schulen wurde am Mittwoch wieder unterrichtet. Vor allem im Landkreis Traunstein blieben aber erneut viele Schulen geschlossen.

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Rund 1000 Helfer waren am Mittwoch allein im Landkreis Miesbach im Einsatz. Vor allem in der Gemeinde Bayrischzell sollten noch 400 Dächer freigeschaufelt werden, wie das Landratsamt Miesbach mitteilte. Der Schnee wurde teils mit Lastwagen abtransportiert, da sonst die Schneehaufen zu groß würden.

Mehrere Straßen waren weiter wegen Lawinengefahr gesperrt. Die Polizei und das Landratsamt Berchtesgadener Land betonten, es handele sich nicht um bloße Handlungsempfehlungen. »Die Sperrungen bestehen aufgrund der aktuellen Lawinensituation, die eine akute Lebensgefahr darstellen.«

Der Zugverkehr rollte auf vielen Strecken wieder. Die vom Schnee unterbrochenen Regionalstrecken wurden freigegeben, wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte. Für den Bereich Bayerischer Wald sowie für Strecken Garmisch-Partenkirchen-Reutte und Kempten-Pfronten-Reutte könne aber erst in den nächsten Tagen eine Prognose gegeben werden. Ziel sei es, am Wochenende auch dort wieder Züge fahren zu lassen. Das hänge aber davon ab, ob die Folgen des Schneebruchs und entsprechende Schäden etwa an Oberleitungen beseitigt werden könnten. Weiter arbeiteten daran Hunderte von Einsatzkräften.

In vielen Skigebieten liefen am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein auch wieder die Lifte. Etwa an Deutschlands höchstem Skigebiet auf der Zugspitze konnten Wintersportler wieder ihre Schwünge ziehen.

Die Liftbetreiber fürchten trotz des zeitweisen Stillstandes ihrer Anlagen nicht um ihre Einnahmen in dieser Saison. »Die Wintersaison ist je nach Skigebiet zwischen 100 und 140 Tage lang. Dass man mal 14 Tage schlechtes Wetter hat und dann nicht Ski fahren kann, ist normal«, sagte Peter Schöttl, Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte und Vorstand der Nebelhornbahn in Oberstdorf. »Das ist in unserem Business, in dem man in der freien Natur arbeitet, ganz normal.«

Das Wetter machte auch den Organisatoren des traditionellen Schlittenhunderennens im Allgäu einen Strich durch die Rechnung. Das für dieses Wochenende geplante Rennen in Unterjoch fällt aus - zu viel Schnee.

Laut Deutschem Wetterdienst sind in den kommenden Tagen keine größeren Schneefälle zu erwarten. Die Lawinengefahr nahm erneut etwas ab: Die zweithöchste Warnstufe galt laut Lawinenwarndienst Bayern nur noch oberhalb der Waldgrenze in den Allgäuer, den Werdenfelser und den Berchtesgadener Alpen. In tieferen Lagen in Bayern hatten Tauwetter und Regen die Pegelstände von Flüssen und Bächen zuletzt steigen lassen. Doch die Wasserstände sanken am Mittwoch bereits wieder. Nur stellenweise waren noch Felder überschwemmt.

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