FC Bayern gewinnt 6:0: Hollerbach: «München kein Maßstab»

Dreimal Lewandowski, zweimal Ribéry, einmal Robben - mit sechs Toren kommt der Hamburger SV bei der nächsten Pleite in München noch gut davon. Etwas Ungewöhnliches erlebt der Toptorjäger der Bundesliga.

Robert Lewandowski und Thomas Müller
Robert Lewandowski (l) jubelt mit Thomas Müller von München über sein Tor zum 6:0. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa

München (dpa) - Die Meister-Bayern stimmten sich mit ihren Fans auf die bald anstehende Titelparty ein, der Hamburger SV wurde nach der nächsten Blamage in München mit Pfiffen verabschiedet. Mit dem 6:0 (3:0) setzten die Münchner am Samstag ihre Serie von Torfestivals gegen den desolaten Bundesliga-Dino fort. Sie demütigten den HSV vor dem nahenden Premieren-Abstieg aus der Fußball-Bundesliga ein weiteres Mal. «Wir haben über die gesamte Distanz ein souveränes Spiel gemacht», lobte Bayern-Coach Jupp Heynckes den Auftritt seiner Mannschaft gegen einen «verunsicherten Gegner».

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Franck Ribéry (8./81. Minute) mit einem Doppelpack, der dreimal erfolgreiche Robert Lewandowski (12./19./90./Foulelfmeter) und Arjen Robben (55.) sorgten für reichlich Jubel unter den 75 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena. Lewandowski verschoss in der 86. Minute sogar einen weiteren Strafstoß - sein erster Fehlschuss in der Bundesliga im Bayern-Trikot.

3:50-Tore bei acht Niederlagen lautet nun die jüngste München-Bilanz des HSV, der anscheinend unaufhaltsam der 2. Liga entgegenrast. Nach der Beurlaubung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt droht nach der nächsten blamablen Vorstellung in München auch Trainer Bernd Hollerbach ein vorzeitiges Ende bei dessen verkorkster Rettungsmission. In sieben Spielen glückte dem 48-Jährigen kein Sieg. Mit Rufen «2. Liga, Hamburg ist dabei» wurde sein Team auch am Samstag bedacht.

«Das soll keine Ausrede sein, aber das sind alles auch noch Menschen. Es war ein bisschen Unsicherheit da», sagte Hollerbach zu den Unruhen der vergangenen Tage. Er selbst erwartet bald Gespräche. «Ich denke schon, dass die Herren auf mich zukommen werden.»

Wie bei den vorangegangenen sieben Schützenfesten mit bereits 44 Bayern-Treffern ging es auch diesmal unterhaltsam zur Sache. Lewandowski leitete den Führungstreffer ein, dessen Pass grätschte HSV-Kapitän Gotoku Sakai weiter zu Ribéry. Der Franzose veredelte beim Torschusstraining des Rekordmeisters zum dritten Saisontor.

Beim sehr schwungvollen Münchner Beginn jubelten die Bayern nach Vorarbeit von Robben und Joshua Kimmich zum zweiten Mal. Lewandowski köpfte locker ein. Der Pole, der in dieser Saison schon vor dem Spiel erfolgreicher war als der gesamte HSV-Angriff (18 Tore), schloss auch beim schönsten Bayern-Treffer ab. Ein langer Pass von Jérôme Boateng in dessen 250. Pflichtspiel für die Münchner segelte zu David Alaba, der legte direkt für den Torschützenkönig auf.

Die zweikampfscheuen Hamburger präsentierten sich naiv, ihr vermeintlich mutiges Pressing eröffnete den Münchnern große Räume. «In München kann man verlieren, das ist kein Maßstab», erklärte Hollerbach: «Aber ich muss dann ein bisschen unangenehm sein.»

Nach dem Seitenwechsel beendete Robben die 35-minütige Torpause der Münchner. Der HSV bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, der Niederländer traf mit einem wuchtigen 16-Meter-Schuss. Schmerzhaft erwischte es Bayern-Profi Corentin Tolisso bei einem Pressschlag. Gestützt musste der Franzose nur eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung vom Arena-Rasen geführt werden. «Coco hat sehr starke Schmerzen», berichtete Heynckes, der wohl Schlimmeres befürchtet.

Thiago (67.), Sebastian Rudy (74.) und Mats Hummels (76.) verschonten die Hamburger bei ihren Chancen noch. Nicht Ribéry. Der Franzose vollendete ein feines Solo zum 5:0. Sein erster Doppelpack seit fünf Jahren. Als Zuschlag gab es noch die zwei Foulelfmeter. «Wir haben jetzt wieder Gegner, die auf Augenhöhe sind. Das macht mir Hoffnung», sagte Hollerbach nach der Demütigung. Nächster Gegner ist Hertha BSC.

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