Eurofighter-Einsatz: echte Notfälle sind eine Ausnahme

Nürnberg (dpa/lby) - Zweimal knallte es am Donnerstag laut über Nürnberg, weil ein Flugzeug den Funkkontakt verloren hatte und zwei Eurofighter bei der vorsorglichen Verfolgung die Schallmauer durchbrachen. Die Flieger sollten nach Angaben der Luftwaffe klären, ob das zivile Flugzeug Probleme habe. Solche Alarme gebe es bundesweit etwa 15 bis 20 Mal pro Jahr, sagte der Pressesprecher der Luftwaffe, Jörg Langer, am Freitag. Dass ein tatsächlicher Notfall vorliege, sei der «absolute Ausnahmefall».

Salzburg - EU-Gipfel - Eurofighter
EU-Gipfel: Salzburg wird von Eurofightern und Hubschraubern geschützt. Foto: dpa

«In der Regel handelt es sich um Bedienfehler der Luftfahrzeugbesatzung», so Langer. Im Fall vom Donnerstag sei die falsche Funkfrequenz eingestellt gewesen. Es sei auch schon vorgekommen, dass die Besatzung die Lautstärke des Funks auf null gestellt habe. Bei einem Alarm würden dann zwei Eurofighter in die Luft steigen, eine sogenannte Alarmrotte.

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Dass die Alarmrotte ein Flugzeug zum Flughafen geleiten müsse, sei im vergangenen Jahr nur einmal vorgekommen. Handelt es sich um einen Bedienfehler, ist es laut Luftwaffe je nach Schwere des Vorgangs möglich, dass die Fluggesellschaft für den Einsatz zahlen muss. Pro Eurofighter kostet eine Flugstunde in etwa 70 000 Euro. An zwei Standorten sind in Deutschland sogenannte Alarmrotten stationiert: für Süddeutschland in Neuburg an der Donau und für Norddeutschland im niedersächsischen Wittmund.

Informationen zur Alarmrotte der Luftwaffe