Erstes Tor als Profi: Aue-Stürmer Krüger erntet viel Lob

Trainer Daniel Meyer hofft nach dem 5:0-Erfolg in Fürth auf mehr Ruhe im Umfeld, speziell unter den Fans. Den Weg zum höchsten Auswärtssieg in der Auer Zweitligageschichte ebnete ein 19-Jähriger.

Florian Krüger
Florian Krüger vom FC Erzgebirge Aue jubelt über seinen Treffer zum 0:1. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Aue (dpa/sn) - Die 28. Spielminute am Samstag in Fürth: Florian Krüger erwartet im Strafraum einen Eckball. Wenige Sekunden später bugsiert der 19 Jahre alte Stürmer von Erzgebirge Aue die Kugel aus Nahdistanz über die Linie und dreht anschließend jubelnd ab. Krüger hat gerade sein erstes Tor als Profi erzielt und die »Veilchen« mit 1:0 in Führung geschossen. Es war der Auftakt eines historischen Fußball-Nachmittags, der mit einem 5:0-Erfolg und damit dem höchsten Auswärtssieg in der Auer Zweitligageschichte endete. »Der Ball springt mir erst ans Knie, dann fällt er mir genau vor die Füße. Ich musste ihn nur noch reinschießen. Ein einfacheres Tor gibt es gar nicht«, sagte Krüger nach seinem Premieren-Treffer, der für ihn eine große Bedeutung hat: »Das Tor wird mir in Verbindung mit dem Spiel, dem Tag und dem Stadion immer in Erinnerung bleiben. Aber das Wichtigste ist heute der Sieg der Mannschaft.« Krüger präsentiert sich in der Mixed Zone gut gelaunt, für sein Alter bemerkenswert aufgeräumt und bescheiden. Macht der Mittelstürmer auf dem Platz so weiter, wird er in Zukunft mit Sicherheit noch viele Interviews geben müssen. Der Treffer in Fürth war nach zwei Vorlagen in Bochum und gegen Regensburg bereits seine dritte Torbeteiligung im dritten Spiel. »So eine Quote hätte ich selbst auch gern in diesem Alter gehabt«, findet sein neun Jahre älterer Sturmpartner Pascal Testroet nur lobende Worte für Krüger: »Flo ist ein Top-Junge mit dem absoluten Instinkt. Er gibt nie auf, er ist beweglich, kämpft, hat mit links und rechts einen super Schuss und er ist ein Teamplayer, der auch seine besser postierten Mitspieler sieht. Ich glaube, aus dem Jungen wird noch was«, hofft Testroet, dass man Krüger bei seiner Entwicklung die nötige Zeit gibt: »Es wird auch mal eine Delle geben. Aber das, was er uns im Moment bringt, ist verdammt gut.« Krüger, in Staßfurt geboren, durchlief von 2011 bis 2015 die Nachwuchsschule beim 1. FC Magdeburg, ehe er als 16-Jähriger zum FC Schalke 04 ging. Für die U17- und U19-Mannschaften der »Königsblauen« erzielte er in der Nachwuchs-Bundesliga in insgesamt 69 Spielen 62 Tore. Ende Juli wechselte der Blondschopf nach Aue und unterschrieb bei den Sachsen einen Vertrag bis 2021. »Florian ist eines der größten Stürmer-Talente in Deutschland«, hatte FCE-Cheftrainer Daniel Meyer nach der Verpflichtung über den Angreifer gesagt. Aufgrund einer Bänderverletzung durfte Krüger in den ersten Wochen beim FC Erzgebirge allerdings nur zuschauen. Anschließend wurde er von Meyer behutsam an die Mannschaft herangeführt. Inzwischen ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. »Es ist ein überragendes Gefühl. Ich bin froh, dass es nach der Verletzung so schnell geklappt hat. Dafür möchte ich mich auch bei der Mannschaft bedanken, die mich von Anfang an unterstützt hat. Das hat mir Kraft gegeben«, sagte Krüger, der jetzt nicht locker lassen will. Das gilt für das gesamte Auer Team. Der Erfolg in Fürth war für die Erzgebirger nach zuvor vier sieglosen Spielen in Serie ein riesiger Befreiungsschlag. »Wir haben schon auf dem Platz gesagt, dass es nur der Auftakt war, dass wir noch nicht fertig sind und dass noch nicht Weihnachten ist«, sprach Meyer von einem Schritt ins Soll. »Gegen Darmstadt soll am Sonntag der Schritt ins Plus erfolgen. Wir sind gierig und wollen unsere gute Heimbilanz ausbauen«, hofft Meyer, dass durch das Erfolgserlebnis auch im Umfeld des Vereins wieder Ruhe einkehrt. Meyer sah sich zuletzt von einzelnen Fangruppen in sozialen Netzwerken heftiger Kritik ausgesetzt. Vor allem seine personellen Wechsel wurden zum Anlass genommen, um den 39-jährigen Fußball-Lehrer zu attackieren. »Man hatte sich auf mich eingeschossen. Ich versuche das auszublenden, aber die Spieler bekommen das natürlich auch mit«, erklärte Meyer, der sich weiterhin auf seine Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren möchte, aber auch zugibt, nicht immer bequem zu sein. »Ich sage das, was ich denke und gebe klar mein Statement zu gewissen Dingen ab. Mal schauen, ob ein Umdenken stattfindet. Offensichtlich scheine ich ein bisschen zu polarisieren.«

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