Datev will rasch Steuer-Plattform entwickeln

Nürnberg (dpa/lby) - Die Steuererklärung abwickeln und bei Bedarf schnell Hilfe dazu bekommen: Für die 13 Millionen Privatleute in Deutschland, die keinen Steuerberater haben, will der Nürnberger IT-Dienstleister Datev eine Internet-Plattform mit zugehöriger App entwickeln. »Ich bin zuversichtlich, dass wir erste Lösungen für nicht-beratene Steuerbürger 2019 anbieten können«, sagte Datev-Chef Robert Mayr bei der Jahrespressekonferenz am Freitag. Das fränkische Unternehmen macht damit diversen Anbietern von Steuer-Software Konkurrenz, über die bereits jetzt zahlreiche Menschen eigenständig ihre Steuererklärung vorbereiten und ans Finanzamt schicken.

Das Logo des IT-Dienstleisters Datev
Das Logo des IT-Dienstleisters Datev. Foto: Daniel Karmann/Archiv Foto: dpa

Vorteil der Datev-Plattform sei, dass man über sie schnell einen Steuerberater finden und auch zu kleinen Fragen Hilfe bekommen könne, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Anwender sollen ihre Dokumente und Belege mit der Plattform digital verwalten und sich schnell über die eigenen Finanzen informieren können. Erste Funktionen sollen bereits im Laufe dieses Jahres freigegeben werden. Um die Plattform anbieten zu können, musste die Vertreterversammlung der Datev Ende Juni eine Satzungsänderung beschließen.

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Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von 978 Millionen Euro - 5,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Unter dem Strich blieben 60,5 Millionen Euro - 11,4 Prozent mehr als 2016. Mit 40 500 Genossenschaftsmitgliedern - Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte - und mehr als 7300 Mitarbeitern zählt die Datev nach eigenen Angaben zu den größten IT-Dienstleistern und Softwarehäusern in Deutschland. Im Monatsschnitt erhalten 12,5 Millionen Arbeitnehmer außerdem ihren Gehaltszettel mit Hilfe der Datev.

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