Blaumeisen: Alleinerziehende bringen Brut schwerer durch

Seewiesen (dpa) - Wenn ein Elternteil fehlt, wird es für den Nachwuchs schwierig: Bei Blaumeisen hängt der Tod der gesamten Brut fast immer mit dem dauerhaften Verschwinden eines Elternteils zusammen, wie Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie im oberbayerischen Seewiesen herausfanden.

Blaumeisen
Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus)ist zu sehen. Foto: Patrick Pleul/Archiv Foto: dpa

Der zurückgebliebene Elternteil habe sich noch mehr angestrengt, um wenigstens einige Küken durchzubringen, berichten die Wissenschaftler Peter Santema und Bart Kempenaers in der Fachzeitschrift «Journal of Animal Ecology». In einem Drittel der Nester gelang das aber nicht - das waren 13 Prozent aller Nester im Untersuchungsgebiet.

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Wenn beide Eltern für die Brut sorgten, sterbe zwar meist auch ein Teil des aus 8 bis 15 Eiern bestehenden Geleges. Zumindest aber brächten die Eltern gemeinsam fast immer einige Küken durch, bis sie etwa drei Wochen nach dem Schlüpfen ausfliegen können.

Die Forscher hatten über sieben Jahre 684 Nester in einem bestimmten Gebiet beobachtet. Dort versahen sie alle erwachsenen Blaumeisen mit einem Mikrochip-Transponder und bauten in allen Nestboxen ein automatisches Überwachungssystem ein. Damit konnten sie jeden Besuch eines Vogels aufzeichnen.

Max-Planck-Institut für Ornithologie

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