Anklage: 13 Jahre Haft wegen zehnfachen versuchten Mordes

Traunstein (dpa/lby) - Im Prozess um Brandstiftung in einem Mehrfamilienhaus in Rosenheim hat die Staatsanwaltschaft am Montag 13 Jahre Haft wegen zehnfachen versuchten Mordes verlangt. Der 26-jährige Angeklagte soll in einer Juninacht im vergangenen Jahr Feuer in seinem eigenen Zimmer und im Treppenhaus gelegt haben. Die Verteidigung sprach sich vor dem Landgericht Traunstein für eine Strafe von nicht mehr als acht Jahren aus, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Justitita-Statue hält Waage
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv Foto: dpa

Der angeklagte Bosnier, der selbst in dem hauptsächlich von osteuropäischen Arbeitern bewohnten Haus lebte, hatte Anfang Januar vor Gericht über seinen Anwalt die Tat im Wesentlichen gestanden. Der Verteidiger verlas eine entsprechende Erklärung. Demnach räumt der Mann ein, das Feuer gelegt zu haben. Er sei mit seinem Leben unzufrieden gewesen und außerdem betrunken.

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Im zweiten Stock des Hauses, wo der Mann das Feuer gelegt haben soll, schliefen laut Anklage zum Tatzeitpunkt zehn Menschen, darunter ein vierjähriger Junge, der eine Rauchgasvergiftung erlitt. Im ersten Stock befanden sich 14 weitere Menschen, unter ihnen ein zweijähriges und ein dreijähriges Kind. Dass niemand lebensgefährlich verletzt oder sogar getötet wurde, lag nach Polizeiangaben aus dem vergangenen Jahr nur daran, dass ein Hausbewohner den Brand früh entdeckte. Voraussichtlich am 24. Januar will das Gericht sein Urteil sprechen.

Mitteilung der Polizei zur Festnahme