Amnesty fordert nach NSU-Urteil Untersuchung in Behörden

Amnesty-Mitarbeiterin Maria Scharlau
Amnesty-Mitarbeiterin Maria Scharlau. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat deutschen Behörden zum Ende des NSU-Terrorprozesses Rassismus vorgeworfen. «Die Ermittlungsbehörden haben elf Jahre lang die rassistischen Tatmotive verkannt und durch eine teilweise offen rassistische Vorgehensweise eine rasche und umfassende Aufklärung des NSU-Komplexes verhindert», sagte Amnesty-Mitarbeiterin Maria Scharlau am Mittwoch. «Amnesty International fordert eine lange überfällige Untersuchung, inwieweit institutioneller Rassismus in den Behörden eine bessere Aufklärung des NSU-Komplexes verhindert hat.» Die NSU-Täter hätten ein Jahrzehnt im Untergrund leben und ihre Morde vorbereiten können, während teilweise bis zu 40 V-Leute des Verfassungsschutzes im Umfeld des NSU eingesetzt gewesen seien.

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